Nach acht Jahren werden die Brüstungen des Bauwerkes im Stile des Künstlers Antoní Gaudi erneuert. Statt Marmor kommen 32000 Plättchen aus Porzellan zum Einsatz.

Selb – Der Zahn der Zeit und nicht zuletzt die Witterungsbedingungen im rauen Fichtelgebirge haben an den Brüstungen des Andres-Turms im Grafenmühlweg genagt. Der damals als Belag verwendete Marmor ist marode und muss erneuert werden, damit das darunter liegende Mauerwerk nicht auch noch Schaden nimmt, teilt die Andres GmbH mit, die den Turm als Bürogebäude nutzt.

Nein, Marmor kommt bei der Erneuerung des Brüstungsbelages nicht mehr zum Einsatz. Klaus A. Grünling, Chef der Andres GmbH, hat sich daher in der Region auf die Suche gemacht und ist fündig geworden: in Schönwald in der Manufaktur von Barbara Flügel. Porzellan ist nun der Werkstoff, der für die kommenden Jahre das Mauerwerk schützen soll. „Ich wollte eine dauerhafte und vernünftige Lösung„, so Grünling. Und dauerhaft dürfte die Problemlösung mit Porzellan sein. Denn es wird in der Manufaktur in Schönwald bei 1400 Grad gebrannt. Schon häufiger ist es in Selb im Außenbereich verbaut worden, wie zum Beispiel am Porzellanbrunnen auf dem Martin-Luther-Platz oder auch im oft von Besuchern der Stadt viel bestaunten Porzellangässchen.

Wie ein Puzzlespiel mutet derzeit die Arbeit von Fliesenleger Salvatore Cavallo an. Denn für die insgesamt rund 40 Quadratmeter Brüstungen müssen pro Quadratmeter rund 800 Porzellanplättchen in verschiedenen Größen verlegt werden. Auf die Frage, wie viel Meter Fugen gefüllt werden müssen, winkten Klaus Grünling und Barbara Flügel ab: „Zu kompliziert, das zu berechnen.“

Babara Flügel, die 1986 in Selb ihr Unternehmen gründete, ist natürlich hoch erfreut über die Zusammenarbeit mit der Andres GmbH. „Das war schon eine große Herausforderung für mich und mein Team“, bekennt sie, „aber es hat auch Spaß gemacht.“

Bis Anfang September soll die Arbeit fertig sein. Danach soll es einen Tag der offenen Tür geben. „Alle anderen Interessierten sollen sich selbst ein Bild davon machen, was aus der Zusammenarbeit mit der Manufaktur Flügel entstanden ist“, teilt Grünling abschließend mit.

Ein neues Gesicht für den Andres-Turm

Er ist kein normaler Verwaltungsbau mit Ecken und Winkeln, der André-Turm in Selb, das Verwaltungsgebäude der Andres GmbH am Grafenmühlweg. Er ist vielmehr ein künstlerisch gestaltetes Bauobjekt, das sich stark an den Meisterbauten des spanischen Architekten Antoní Gaudi orientiert, dessen Hauptwerke in Barcelona zu besichtigen sind und der damit Weltruhm erlangt hat.

Außer Form gebenden Elementen spielt sowohl bei Gaudis Bauten als auch am Andres-Turm die Gestaltung der Oberflächen eine ganz spezielle Rolle: die Malereien, die Stuckaturen und die großen Wandflächen mit den mediterranen Farbtönen. Sie erwecken bei den Besuchern der Stadt Selb, die sich für dieses außergewöhnliche Bauwerk interessieren und es schon tausendfach fotografiert haben, einen Eindruck von Leichtigkeit und Lebensfreude, wie man ihn sonst kaum im Fichtelgebirge findet.

Das heutige äußere Erscheinungsbild des Turmes wird sich aber ändern: Firmenchef Klaus A. Grünling will ihm noch in diesem Jahr ein anderes „Gesicht“ geben.

Quelle: Frankenpost

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